Cambodia

Inhalt:

  • Motorrad-Tour Cambodia Loop
  • „I belive I can fly“- Einlage
  • Freundliche Menschen
  • Beeindruckende Landschaft
  • Bewegende Geschichte des Landes

 

17.11.17-30.11.17

Vor Beginn meiner langen Reise hatte ich mich in Deutschland entschlossen den Motorradführerschein nachzuholen.

Zwei Wochen vor Abreise hielt ich dann das gute Stück in den Händen – und wo gibt es die beste Gelegenheit die neue Lizenz in der Praxis zu testen?

Natürlich auf den Straßen von Südostasien!

  • Mit geregeltem Verkehr
  • Einwandfreien Straßen
  • Gut lesbaren Verkehrszeichen
  • Rücksichtsvollen Verkehrsteilnehmern
  • TÜV geprüften Fahrzeugen

Gemeinsam mit einem Freund und Kollegen aus meiner Arbeitszeit in China, buchte ich eine Tour mit Guide durch Kambodscha.

Im Nachhinein hätten wir die Tour auch alleine organisieren können, was wir zwischenzeitlich dann auch übernommen haben =)

In 10 Tagen ca. 1600km quer durch das kleine Land im Herzen von Südostasien.

Cambodia-Loop

Tino wurde von einer Freundin aus China begleitet und entschied sich für ein Motorrad mit Seitenwagen. Meine Wenigkeit wählte eine 600ccm Jialing.

Anflug auf Kambodscha – heaven or hell?

Siem Reap

Ankunft in Siem Reap – gebucht hatte ich auf Empfehlung ein PartyHostel namens FunkyFlashpacker. Und ich muss sagen, der Name war Programm. Ab 11Uhr Stimmung wie in der Schinkenstraße auf Mallorca. Hauptsächlich Engländer und Australier waren hier anzutreffen.

Ich habe mich vorsichtshalber nicht als „German“ zu erkennen gegeben, äusserst amüsant =)

Ich war etwas erstaunt über die Stadt Siem Reap selbst, hätte nie erwartet in der Nähe der größten religiösen Anlage der Welt PubStreets und Ballermann-Feeling zu finden.

Portable Bars auf den Straßen von Siem Reap

Nach Ankunft von Tino konnten die Vorbereitungen für die Tour auch losgehen, zunächst das passende Equipment an Schutzausrüstung zusammen gesucht und die ersten Gespräche mit unserem Guide geführt.

Vor dem Start auf den Cambodia-Loop erkundeten wir mit einem TukTuk die Anlagen rund um Ankor Wat – was für ein imposantes Bauwerk!

Beeindruckende Gesichter in den Tempelanlagen

Unser müder TukTuk-Fahrer – es sei ihm gegönnt

Tempelanlage in AnkorWat

Entspannter Anwohner

Ankor Wat – ein imposanter Komplex

Verzierungen an den Tempelanlagen

Ausblick aus dem Tempel Ankor Wat

Freunde unter sich

 

Siem Reap – Kampong Sralau

Die erste Etappe startete in Siem Reap und führte uns ca. 300Km nach Kampong Sralau, an der Grenze zu Laos im Nordosten von Cambodia. Hier sind die beiden Länder nur durch den Fluss Mekong getrennt, Grenzübertritte der Anwohner mit dem Boot sind hier gang und gäbe.

Erster Stopp: Maschinenpark 2x BMW GS 1200 2x Jialing 600

Zunächst raus aus der Stadt, dann über Landstraßen und weiter abseits der Straße über sogenannte Redroads. Ein tolles Erlebnis und gefühlte erste Rallye-Erfahrungen.

Redroads in Cambodia

Traumhafte Landschaft am Wegesrand

Die Unterkunft war eine Art Homestay in einem typischen Khmer-Dorf.

Über Geschmack lässt sich streiten =)

Batman und seine Schergen

Am Abend wurde traditionelles Essen verzehrt, begossen mit selbst erzeugtem Whisky in PET-Flaschen verfeinert mit Holzstücken für den typischen Fassgeschmack.

Hauptstraße im Khmer-Dorf: links der Dorfarzt

 

Kampong Sralau – Banlung

Vor der Weiterfahrt gönnte ich mir den wundervollen Sonnenaufgang am Mekong – ein unglaubliches Schauspiel. Boote die zum Frühmarkt über den Fluss schipperten, gepaart mit den ersten Sonnenstrahlen.

Sonnenaufgang am Mekong

Die zweite Etappe führte uns in das 270km entfernte Ban Lung  Nach ca. 30min Fahrt machten wir halt an den Mekongfällen, einem der größten Wasserfälle in Südostasien.

Panorama Mekongfälle

Eines meiner bisherigen Lieblingsbilder – Mönch & Wasserfall

Beindruckend wie sich hier die Wassermassen die Felsen hinab stürzen – imposante Kulisse.

Junge Mönche beim Bad ca. 50m vor dem tosenden Wasserfall

Weiterfahrt in Richtung Ban Lung abseits der normalen Straßen und somit meine ersten richtigen Off-Road-Erfahrungen.

Wie das halt so ist bei den ersten Gehversuchen, fällt man auch mal hin.

Ein ca. 40cm tiefes Schlagloch wurde im aufgewirbelten Staub von mir übersehen.

Für zwei bis drei Sekunden hatte ich diesen Hit von R.Kelly im Ohr „I belive I can fly“ – dann schlug ich auch schon auf dem Boden auf.

Geschüttelt und Gerührt: Klares Foulspiel der Straße!

Mein chinesisches Motorrad hatte mich wie einen Rodeo-Reiter abgeworfen.

Kurz alle Gliedmaßen gecheckt – nichts passiert. Gibt wohl ein paar blaue Flecken.

Hinfallen – aufstehen – Krone richten – weiterfahren.

Das Motorrad hatte doch einige Blessuren davongetragen, so mussten wir das gute Stück in eine Werkstatt schleppen.

Reparatur vollzogen – Zwangspause bei ATU-Cambodia

Nach ca. 1h waren dann die kleinen Schäden behoben und es konnte weitergehen zu unserer nächsten Unterkunft, vorbei an Reisfeldern, Steppen und Bananenfarmen.

Mittagessen „Streetfood“ nach Khmer-Art: was das wohl alles ist?

 Banlung – Senmonorom

Am Vorabend saßen wir gemütlich mit dem französischem Besitzer der Hotelanlage zusammen. Er erzählte uns von einem Projekt der Regierung mit Elefanten und einem Naturschutzgebiet.

Sanfte Riesen: Fütterungszeit

Auf seine Einladung zu diesem interessanten Projekt folgten wir natürlich – ein faszinierendes Erlebnis.

Dort angekommen gab es ein kleines Briefing gefolgt von einem zweistündigem Spaziergang in Motorradkluft durch das Waldgebiet gemeinsam mit den Elefanten.

Wahre Liebe: Seit der ersten Begegnung ein Paar

Arbeit macht durstig 

Bei diesem Ausflug hörten wir in der Ferne das Geräusch einer Kettensäge – Einheimische die Luxushölzer aus dem Wald stehlen und günstig weiterverkaufen.

Ein Teil der Truppe suchte die Diebesbande und wurde fündig – das Holz verbrannte der Besitzer des Parks, die Tanks der Motorräder und Kettensägen wurden mit Wasser gefüllt und somit unbrauchbar gemacht.

Fiona auf einem der Elefanten

Wink mit dem Rüssel

Nach einer herzlichen Verabschiedung ging es für unsere Kolonne weiter durch die Wälder auf sogenannten Redroads – da es an den vergangenen Tagen ständig regnete bildete sich ein schlammiger Schmierfilm – gefühlt wie Glatteis.

Gespann auf Abwegen: Einheimische helfen bei der Bergung

An einer abfälligen Straße erwischte es dann fast den ganzen Konvoi – bis jetzt hab ich keine Ahnung wie ich im Drift die Straße ohne Sturz bewältigen konnte. Nach unserem Guide sah meine Drifteinlage aus als hätte ich noch nie etwas anderes gemacht =)

Das Gespann: Tino und Fiona

Einige Einheimische scheiterten Ebenfalls an dieser Bergprüfung – so hatten wir ausreichend Hilfe um das Gespann und die schwere Maschine unseres zweiten Guids wieder auf die Strecke zu bringen.

Stets ein Lächeln

Vorsichtig ging es weiter zurück auf den Highway. Im Anschluss eine tolle Bergstrecke mit etlichen Kurven und keinem Verkehr.

Selfietime auf einer der Bergstraßen

Senmonorom – Krong Kracheh

Weiter ging es durch die Berge. Asphaltierte Straßen durch kleine Dörfer und ein Mix zwischen Wald- und Feldpassagen.

Denkmal an unserer Route

Anbaugebiete mit Reis,Pfeffer, Bananen und Zuckerrohr säumten den Weg.

Riesige Reisfelder

In den Dörfern immer wieder freundliche und neugierige Gesichter, winkende Kinder und erstaunte ältere Herrschaften. Beeindruckend… trotz Armut immer ein Lächeln auf den Lippen.

Neugierige Dorfbewohner

So etwas gibt einem doch zu denken, bei einem Spaziergang durch die Fußgängerzonen in der Heimat sehe ich deutlich weniger fröhliche Menschen.

Typische Szene: Durchfahrt durch eine Kleinstadt

Nach Ankunft in Krong Kracheh ging es mit den Motorrädern ca. 20km raus aus der Stadt am Mekong entlang. Hier gibt es die letzten Irawadidelfine zu bestaunen. Ein etwas schwierigeres Unterfangen, die Tiere sind doch sehr scheu und nur schwer auszumachen.

Tino auf der Suche nach den Delfinen

Vorsicht: Kühe auf Abwegen

Fröhliche Schulklasse

Grüne Hügel

 

Krong Kracheh – Phnom Penh

Auf dem Plan für die heutige Etappe stand die Fahrt Richtung Hauptstadt Phnom Penh. Immer dem Flußlauf des Mekong nach.

An einer Brücke das ungeliebte Zeichen „DeadEnd“ – rechts und links führten zwei provisorische Holzbrücken weiter… sehr wackelige und spannende Angelegenheit.

Sackgasse? Nicht für uns!

Überquerung der Holzbrücke

Die Hochhäuser der Hauptstadt waren in der Ferne zu sehen, immer weiter entlang von Seen und Reisfeldern.

Die Überfahrt zur Stadt ließ sich aufgrund von Renovierungsarbeiten an einer Brücke nur mit einer etwas in die Jahre gekommenen Fähre realisieren – sehr spannendes Erlebnis.

Warten auf die Fähre: Überfahrt nach Phnom Phen

In Phnom Penh selbst gingen wir nach dem Checkin im Hotel dann in den Sightseeing-Part über.

Äusserst beklemmendes Erlebnis, der Besuch im Tuol-Sleng-Genozid-Museum, oder auch bekannt als S-21.

Umgebaute Schule S-21: Stacheldraht gegen Selbstmordversuche

Eine Schule, welche unter der Herrschaft der Roten Khmer, in ein Gefängnis und Folterkammer umgewandelt wurde.

14.000-20.000 Menschen wurden hier gequält, gefoltert und hingerichtet.

Gefängniszelle im S-21

Unvorstellbar was sich hier abgespielt hat…

Am Abend besuchten wir dann die Barstraßen von Phnom Penh.

 

Phnom Penh – Kampot

Früh ging es weiter um die RushHour in der Metropole zu vermeiden.

Eines meiner bewegendsten Ereignisse der bisherigen Reise stand mir bevor.

Ein Halt bei den berüchtigten KillingFields „Choeung Ek“ sollte mich nachhaltig beschäftigen und prägen.

Unter der Herrschaft der Roten Khmer 1975-1979 wurden an verschiedenen Orten ca. 2Millionen Menschen auf brutalste  Art und Weise hingerichtet.

Wikipedia Artikel: https://de.wikipedia.org/wiki/Killing_Fields

Wikipedia Artikel: https://en.wikipedia.org/wiki/Chankiri_Tree

Mit einem Audio-Guide schleppte ich mich von Station zu Station und lauschte den schrecklichen Erzählungen von Zeitzeugen – ein sehr beklemmendes Erlebnis.

Hier werden auch Erinnerungen an die eigene Geschichte wachgerüttelt…

Trauriger Höhepunkt der Tour durch die Gedenkstätte der „KillingTree“. Noch heute treibt es mir Tränen in die Augen, wenn ich mir vorstelle welche Szenen sich hier abgespielt haben.

The KillingTree: noch heute schwer zu ertragen

Für mich das Symbol der Unmenschlichkeit, wie ich es mir nicht schlimmer hätte vorstellen können!

Ein Baum als Waffe zur Hinrichtung von Kindern & Säuglingen – um eine völlig absurde Ideologie voranzutreiben.

Mit glasigen Augen stand ich eine gefühlte Ewigkeit fassungslos vor diesem Mahnmal der Grausamkeit. Was kann einen Menschen bewegen so etwas zu tun…

Besucher hatten in der Vergangenheit als Zeichen der Anteilnahme und Respekt Armbändchen an diesem schrecklichen Ort niedergelegt.

Auch ich folgte dieser Tradition und legte eines meiner Bändchen ab – dieses Moment werde ich nie vergessen…

Wer Interesse an der bewegenden Geschichte von Kambodscha hat, kann sich mit folgenden Filmen ein Bild von der schrecklichen Vergangenheit machen:

  • The Killing Fields – Schreiendes Land (1984)
  • First they killed my father – dt. Titel: Der weite Weg der Hoffnung (2017)

Mit ordentlich Bauchschmerzen ging es weiter in Richtung unserer nächsten Unterkunft, die ganze Fahrt über beschäftigten mich die Erlebnisse und Gedanken.

Ruppige Straßen

Ablenkung bot mir die traumhafte Landschaft, die immer wieder winkenden Kinder und Menschen auf den Straßen – ich war stetig gerührt bei den Gedanken was diese Menschen mitmachen mussten.

Metzgerei: Kühlkette vorhanden?

Gigantischer Buddha

Sonnenuntergang am Meer: in der Ferne die vietnamesische Insel Phu Quoc

Kampot – Sihanoukville

Der letzte Part unserer Route führte uns an die Hafenstadt Sihanoukville im Süd-Westen von Cambodia.

Fischerdorf am Meer

Durch Dörfer und über sandige Straßen ging es immer weiter Richtung Meer.

Kurze Rast mit schöner Aussicht

Stairway to heaven?

Etwas erschöpft von den letzten Tagen auf dem Motorrad entspannten wir dann am Strand.

Sonnenuntergang in Sihanoukville

Die Rückreise von Sihanoukville nach Siem Reap traten wir aus zeitlichen Gründen mit dem Flugzeug an.

Logistik für Fortgeschrittene: Rücktransport der Motorräder

Welcome to Cambodia: Danke =)

Gemeinsam ließen wir die Erlebnisse sacken und verabschiedeten uns bei 1-2 Bierchen.

 

 

Meine weitere Reise führte im Anschluss dieses beeindruckenden Erlebnis führte mich nach Singapur – doch dazu mehr im nächsten Bericht crumbs-to-go in Singapur =)

Fahrt zum Flughafen mit dem TukTuk – er raucht & singt =)

 

greets Christian

 

 

 

 

 

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