Indonesien

Inhalt:

  • Unruhiger Vulkan
  • Vier Tage auf See von Lombok nach Flores
  • FunDives + Nachttauchgang
  • Tempeltouren mit Sicht auf Mt. Agung
  • Roadtrips mit Zweirädern

5.12.2017-26.12.2017

Einen großen Anteil der Zeit vor meiner geplanten Weiterreise nach Bali in Indonesien widmete ich den täglichen Nachrichten, speziell dem Thema Vulkan auf Bali schenkte ich mein Augenmerk. Viele Touristen waren dort aufgrund der fortschreitenden Aktivität des Mt. Agung für einige Tage gestrandet. Ähnlich der Situation bei uns in Europa, als der Vulkan Eyjafjallajökull auf Island den Flugverkehr mit seinen kilometerhohen Ascheausstößen lahmlegte.

Viele Freunde hatten mir im Vorfeld von den tollen Erfahrungen auf Bali in Indonesien berichtet, so war dies auch definitiv ein Wunschziel von meiner Seite. Die Natur hat nur leider oft ihren eigenen Willen.

Der Vulkan schien sich wieder zu beruhigen und die Flughäfen in der erweiterten Region starteten ihren normalen Betrieb. So entschied ich mich doch dazu, meinen Weg wie geplant fortzusetzen und nicht nach Malaysia auszuweichen.

Vulkan aus der Ferne mit zarten Rauchschwaden und Wolken

Mit gemischten Gefühlen startete ich dann mit dem Flieger in Richtung Bali.

Schnell wurden die ersten Kontakte im Hostel geknüpft und – wie in Asien üblich – die zweirädrigen Untersätze gemietet. Verschiedene Erkundungstouren über die Insel führten uns auch immer wieder auf Blickdistanz mit dem aktiven Vulkan.

Reisterrassen auf Bali – einfach unbeschreiblich

grüne Tempelgärten

Selbst aus der Ferne wirkt der 3031m hohe Vulkan äußerst imposant. Da wird einem schon etwas anders, wenn man ein leises Grollen hört und kleinere Rauchschwaden aufsteigen.

Bewohner Balis in aller Seelenruhe beim Kaffee

Die Einwohner an sich lassen sich aber in ihrer Offenheit und Lebensfreude dadurch nicht einschränken. Eine Tatsache, die mir sehr imponiert hat. In vielen anderen asiatischen Ländern wird oft mit der Freundlichkeit der Menschen geworben, hier fühlte sich für mich allerdings durchgängig offen & ehrlich an.

Zwangspause durch Regen – ein Segen wer einen Eimer hat =)

Schutz gegen Regen und Lava

Ein weiterer Pluspunkt für Indonesien ist die Qualität und Vielfalt an Speisen, welche an jeder Ecke angeboten werden. Ob modernes Restaurant oder kleine Garküche, mir hat jedes Essen Freude bereitet.

Salat mit Thunfischsteak

Wer Lust auf Partys hat, ist auf Bali richtig. Es gibt hier einige Bezirke, in denen es nur so von Bars und Clubs wimmelt. Kann man einmal machen, auf Dauer bin ich doch eher an der Kultur und des Landes interessiert.

traditionelles Essen: Huhn mit Reis im Bananenplatt

Von Bali aus führte mich mein Weg Richtung Gili Islands. Da ich seit Thailand wirklich gefallen am Tauchen gefunden habe, steuerte ich die größte der Inseln mit der besten Infrastruktur an.

Regga eine große Sache in Indonesien – auch mein Geschmack =)

Zugegeben ist Gili Trawangan auch sehr bekannt für seine Bars und Clubs mit ausgefallenen Partys, etwas kontrovers zu den letzten dort lebenden muslimischen Bewohnern der Insel.

die ruhige Seite von Gili Trawangan

Bei diversen Tauchgängen mit einem indonesischen Guide erkundetet ich die Unterwasserwelt rund um die Gili Inseln. Sein Name war Oleng, was so viel bedeutet wie „der stetig Betrunkene.“ Interessanter Name für einen Tauchguide =)

Not macht erfinderisch – Wäscheleine kombiniert mit Moskitonetz in der rustikalen Unterkunft auf Gili Trawangan

Die Gruppe erweiterte sich dann die folgenden Tage um drei Schweizer, mit denen ich dann noch ein paar Tage gemeinsam auf der Insel verbrachte.

Wracktauchen in Indonesien – einmalig

Ein großes Problem in Indonesien ist, wie in ganz Asien, das Thema Müll. Leider wird unachtsam einfach Plastik im Meer entsorgt oder irgendwo zwischen den Gassen der Häuser abgeladen.

Ein Thema, das mich sehr lange beschäftigt hat. So habe ich einige Zeit in Gesprächen mit den lokalen Guides verbracht um etwas über das Thema Aufklärung „Müll“ voranzutreiben. Es gibt bereits einige Projekte, allerdings greifen diese nur bedingt.

Grundsätzlich fängt die Problematik bereits bei der schulischen Ausbildung an. In allen Läden erhält man zusätzlich zum gekauften Artikel eine Plastiktüte. Jeder Drink wird mit einem Plastikstrohhalm serviert, jede Wasserflasche ist aus Plastik.

Ein tolles Projekt gegen die Verschmutzung der Meere findet ihr unter folgendem Link:

https://4ocean.com

Die unzähligen Touristen besuchen die kleinen Inseln und bringen mit dem Konsum natürlich auch Müll mit sich mit.

Interessanter Artikel zum Thema:

https://www.geo.de/reisen/reiseziele/16149-rtkl-gili-islands-ist-dieses-paradies-noch-zu-retten

Bis heute stehe ich noch in Kontakt mit meinen Tauchguides und hoffe das sie etwas an die lokale Bevölkerung und die Touristen transportieren können.

rustikale Unterkunft auf Gili Trawangan in Familienhand – La Bohemian

Eines meiner Highlights bei den Tauchgängen war definitiv mein erster Nachttauchgang. Wie ich in anderen Artikeln geschildert habe, ist trotz der Taucherausbildung noch immer ein leicht mulmiges Gefühl mit dabei. Die tolle Gruppe hat jedoch dazu beigetragen, den nächsten Schritt zu gehen, um die Unterwasserwelt bei Nacht zu erkunden.

Viele Lebewesen im Ozean sind nachtaktiv und kommen nur im Schutz der Dunkelheit zum Vorschein.

So ging es am Abend mit dem Boot raus aufs Meer. Bewaffnet mit einer Taschenlampe und etwas weichen Knien ließ ich mich rückwärts über Bord in die Dunkelheit fallen.

Unwirklich erscheint einem das ganze Szenario, man sieht die vielen kleinen Lichtkegel und versucht erst einmal wieder eine normale Atmung herzustellen. Nach etwas Eingewöhnungsphase und stabiler Lage unter Wasser vergisst man tatsächlich die dunkle Welt um einen herum und fokussiert sich auf die Fundstücke in seinem Lichtkegel.

In der Gruppe folgten wir der Korallenwand und konnten für mich viele neue Lebewesen wie z.B. Seeschnecken, Kalmare, Steinfische und verschiedene Arten Krustentieren ausfindig machen.

Nach meiner Zeit auf den Gili´s entschied ich mich für eine Bootstour für 4 Tage von Lombok nach Flores im Osten von Indonesien. Ich recherchierte etwas in diversen Reiseblogs und staunte über die unterschiedlichen Bewertungen.

Leider war bei meiner Buchung nicht zu 100% sicher, ob die Tour wegen der Mindestteilnehmer stattfindet.

Zu später Stunde gegen 3Uhr bekam ich dann das Go für den nächsten Tag, etwas kurzfristig, wenn die Fähre dann um 8Uhr startet. Aber was solls, man ist ja mittlerweile flexibel und auf alles vorbereitet.

Morgens ging es mit der Fähre von Gili Trawangan nach Lombok, von da aus dann 2h quer über die Insel zum abgelegenen Hafen.

Die ersten Bekanntschaften wurden im Shuttlebus geschlossen – Finnland, Niederlande, Belgien, Frankreich und Brasilien war mit an Bord. Ein neues Gefühl für mich – als einziger Deutscher =)

Ankunft am Hafen und erster Eindrücke vom Boot sammeln. Mein Blick galt dem Leitstand – Funkgerät und GPS vorhanden – Erleichterung!

unser neues zu Hause – das Boot

Gepäck verstauen und kurzes Briefing von der Crew. Der Guide konnte etwas Englisch, der Rest der Crew bestand aus drei Hilfskräften und einem Koch.

Herren der Kombüse – um die Ecke eine kleine Kochniesche mit Wok

Unser Schiff war sehr rudimentär ausgestattet – aber ich hatte auch nicht viel erwartet. Man wird auf Dauer auch sehr genügsam. Toiletten waren vorhanden – eine Dusche nicht.

übersichtliche Komandobrücke

Die Betten bzw. unsere Matratzen waren an Deck, geschützt von Zeltplanen für stürmische und regnerische Stunden.

für 4 Tage unser Schlafzimmer – als Cabrio oder mit Verdeck

Wir verbrachten die meiste Zeit gemeinsam an Deck um die Sonnenstunden und die traumhafte Landschaft zu genießen – kein Empfang für Mobilfunkgeräte war ein positiver Nebeneffekt dieser Tour, man merkt erst, wie sehr man doch an seinem Smartphone hängt.

Leinen los – ich als Galionsfigur

Die Route führte uns nördlich entlang der Inseln Lombok und Sumbawa bis weiter nach Flores. Wir machten Halt für abgelegene und einsame Strände. Wanderten auf Aussichtspunkte und erfrischten uns beim Schnorcheln an diversen Spots.

Ausblick mit Steinfigurgen

Auf unserem Boot gab es keine Dusche, einzige Möglichkeit waren Regenschauer in Kombination mit Seife.

Ausblick von der Bordtoilette

Für Verpflegung war in ausreichender Menge gesorgt. Die Crew zauberte mit ihren wenigen Möglichkeiten erstaunlich gutes Essen auf den Teller. So verbrachte unser Koch auch viel Zeit mit seiner Angelleine.

Gelbflossen Thunfisch direkt von der Quelle

Zubereitung vom Fang des Tages

Die Sonnenaufgänge und Untergänge, die sternklaren Nächte an Bord werde ich wohl nie vergessen. Ein einmaliges Erlebnis mit einer unbeschreiblichen Stille. Nur das Rauschen des Meeres war zu hören.

einmaliger Sonnenuntergang am ersten Abend – ohne Worte

Jeden Morgen um 5:30Uhr stand ich an Deck um die Sonne über dem Meer zu sehen – wirklich traumhaft. Als unerwarteten Bonus konnte man Delfine bestaunen, die sich wohl ebenfalls an der Schönheit der Natur erfreuten.

man stelle sich hier einen Delfin vor =)

Am Abend ankerten wir in Buchten, um der Strömung auszuweichen. Dort konnte man dem bunten Treiben von Flughunden beiwohnen, welche aus den Mangrovenwäldern der nahen Inseln auf Beutezug gingen.

Picknick in einer der unzähligen Buchten am Abend

Die Nächte verbrachten wir oft auf der See, meist recht wackelig. So beschränkte sich der Schlaf auf wenige Stunden in der Nacht – dafür war am Tag Zeit an Deck die biologische Batterie aufzuladen.

abgeschottetes Dorf auf unserer Route

 

Eines meiner Highlights der Tour waren Schnorchelgänge mit Mantarochen. Diese bis zu 4m großen Tiere schweben anmutig durch das Wasser und lassen sich nicht groß aus der Ruhe bringen.

Schemenhaft zu erkennen: ein Mantarochen ca. 3m Spannweite

Weiter ging Richtung Osten für unser Schiff zu den Komodo-Inseln, zum Nationalpark mit seinen berühmten Komodowaranen. Diese urzeitlichen Tiere können bis zu 3m lang werden und sind erstaunlich flink auf den Beinen. Deswegen gibt es nur Touren unter Aufsicht.

Guide beim Briefing – man beachte seinen massiven Distanzhalter für die Warane

Sie wirken wirklich wie aus einer anderen Zeit und erinnern stark an ihre prähistorischen Vorfahren.

Komodowaran im Nationalpark – ca. 3m und äusserst schlecht gelaunt

Nahaufnahme der „Dinosaurier“

Aussicht im Komodo-Nationalpark

Nach 4 Tagen und 3 Nächten an Bord fuhren wir in den Hafen von Lubanbajo ein – einer einstigen portugiesischen Kolonie.

Land in Sicht! Einfahrt in den Hafen von Lubanbajo

Finnland – Niederlande – Belgien – Frankreich – Brasilien – Deutschland

Für mich ging es am nächsten Tag mit dem Flieger zurück nach Bali Richtung Ubud, um meine letzten Tage in Indonesien etwas ruhiger ausklingen zu lassen.

Streetart in Ubud

Wer Entspannung sucht, ist in Ubud genau richtig. Einheimische Kunst und gesundes Essen, Bars und Märkte haben wenig mit dem Massentourismus im Süden zu tun. Mit dem Roller ist man in wenigen Minuten raus aus der kleinen Stadt und hat die noch unberührten Ecken von Bali direkt vor der Türe.

Hahnenkämpfe auf Bali – die Wetteinsätze bitte!

Weihnachten stand ebenfalls vor der Türe – irgendwie ein seltsames Gefühl mit kurzen Hosen und Flipflops.

Frohe Weihnacht mit Sommeroutfit

Einige der Reisenden der Bootstour nach Flores waren ebenfalls in Ubud, so verabredeten wir uns zu einem gemeinsamen Weihnachtsessen. Belgien – Frankreich – Deutschland =)

breite Nudeln mit jungem Spinat und Entenragout – Weihnachtsmenü

Im Anschluss wurde mit Reggae-Music und einem Bier auf den Heiligen Abend angestoßen.

Tempelanlage in Ubud

Zugegeben, mit Familie und Freunden in den eigenen vier Wänden finde ich Weihnachten schöner – aber es war eine Erfahrung wert.

Die übrigen Tage ähnelten einem Glücksspiel – was macht das Wetter? Was macht der Vulkan? Mit Rollern ging es auf Tempeltour, eine spannende Angelegenheit.

Affe mit der Büchse der Pandora

Die Sicherheitszone wurde von der Regierung auf 10km Umkreis zum Vulkan reduziert. Bei der Anfahrt auf den größten Tempel in Bali keine Spur von Absperrungen oder Polizei.

hier jagt man anscheinend mit großem Kaliber

Für mich ging es nach Indonesien weiter Richtung Australien, genauer Sydney. Etwas angespannt folgte ich den stetigen Meldungen über den Vulkan Mt. Agung – bisher alles ruhig.

schwierige Entscheidung: Banane oder Vesperbrot?

 

Nicht auszumalen, was passiert wäre, wenn ich nicht rechtzeitig in Sydney angekommen wäre, es gibt da sicher ein bis zwei Personen die mich einen Kopf kürzer gemacht hätten =)

Doch dazu mehr im nächsten Bericht aus Australien.

Und immer dran denken…

 

vor dem Schwimmen immer auf die „Warnschilder“ achten =)

 

Grüße aus Tasmanien

Christian

 

 

 

 

 

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