Peru & Bolivien

Inhalt:

  • Höhenmeter
  • Wüste und Hochgebirge
  • Hiking und andere Quälereien
  • Salar Uyuni Bolivien
  • Machu Picchu

02.06.18 – 27.06.18

 

In Peru in Peru in den Anden, flog ne Kuh flog ne Kuh konnt nicht landen…

zugegeben ein schreckliches Lied =)

Weiter geht es auf dem südamerikanischen Kontinent immer nach Osten, diesmal eher in den Süden… ihr wisst was ich meine.

Von Panama-City per Copa-Airline direkt nach Lima. Erst einmal sachte an die Höhenunterschiede gewöhnen und vielleicht auch noch die Angina auskurieren.

Sonnenuntergang in Peru: Herz was willst du mehr.

Kleine lustige Anekdote zum Thema „Karma“:

In meiner Sitzreihe befand sich ein amerikanisches Ehepaar Mitte bis Ende 40. Eher in die Kategorie „mürrisch“ einzuordnen. Nach dem Start begann das Servicepersonal mit der Arbeit und verteilte Getränke. Der sehr füllige Herr saß am Gang und ungefähr 1/3 seines wuchtigen Körpers befand sich auf dem Mittelgang. Somit war ein Crash zwischen Körper und Saftwagen unvermeidlich. Nach dem Auffahrunfall beschwerte sich der „nette“ Herr sehr „verständnisvoll“ beim Servicepersonal. Für meinen Geschmack machte er etwas mehr aus der Geschichte als tatsächlich passierte.

Nachdem die Getränke verteilt waren ging es an das Abendessen. Manche Menschen lernen einfach nicht aus ihren Fehlern, so streckte er seinen Ellbogen in die Fahrrinne des Mittelganges. Natürlich eine erneute Kollision. Wieder beschwerte er sich Lautstark und mit einer Dramatik die man sonst nur bei diversen Hollywood-Dramen zu bewundern bekommt.

Nach der Landung verschwand er mit seiner Gattin und eher unterdurchschnittlichen Laune aus dem Flieger.

Als ich die Reihe verlassen wollte, fand ich eine recht teure Kamera auf dem Sitz seiner Frau und brachte diese zum Bordpersonal.

Nachdem ich mich auf den Weg zur Immigration und zum Gepäckband machte, sah ich das Paar vor den Toiletten warten. Ich sprach ihn an um ihm mitzuteilen, dass seine Frau ihre Kamera hat liegen lassen. Mit mürrischer Stimme teilte er mir mit, dass seine Frau keine Kamera besitzt. In diesem Moment stand sie auf einmal neben uns und suchte ihre Kamera.

Die Geschichte ist noch nicht zu Ende… als ich vor dem Flughafen Terminal auf meinen Bus wartete, sah ich wie das Paar in ein Shuttlebus einstieg. Leider vergas der Herr seinen Koffer in den Bus zu packen – somit blieb der Koffer einsam am Flughafen zurück….

Die Moral von der Geschicht? Entweder hast du positives Karma oder nicht! =)

 

Für Peru selbst stand so einiges auf der to-do-Liste, für mich persönlich war es auch die erste Berührung mit Lateinamerika. Viele spannende Geschichten hatte ich bereits über Südamerika gehört – leider spreche ich kein Spanisch. Daher war ich doch etwas aufgeregt als ich das Flugzeug verließ.

Markt in Arequipa: unendlich verschiedene Kartoffelsorten.

Die gesamten Durchsagen im Flugzeug und am Flughafen wurden auf Spanisch abgehalten, wenigstens ein paar Worte konnte ich aus den „ohne Punkt und Komma“-Sätzen herausfiltern.

Wie fast immer habe ich mich am Flughafen erst einmal mit einer lokalen Simkarte ausgerüstet um auch die vollen Funktionen meines Smartphones nutzen zu können.

Mit dem UBER ab nach Lima zum Hostel im Stadtteil Miraflores. Der Taxifahrer konnte gutes Englisch so kam es auch zu einer interessanten Unterhaltung. Unterwegs sammelten wir auch noch ein paar einheimische ältere Damen auf. Lustig war es im Taxi allemal – der Taxifahrer hat die Fragen der Damen übersetzt – und sie gaben mir einen wichtigen Ratschlag mit auf den Weg: Vorsicht vor Frauen in Südamerika, die wollen alle nur dein Geld… na dann kann ja nichts mehr schief gehen =)

Colca Valley: übersät mit Terrassen für die Landwirtschaft.

In Lima verbrachte ich ein paar Tage um mich zu orientieren und Bekanntschaften zu schließen. Zugegeben, Lima ist nicht die schönste Stadt hat aber auch ein paar wunderbare Ecken und kulinarische Köstlichkeiten zu bieten. Das Nachtleben ist auch nicht zu verachten.

Besonders interessant war der Aufmarsch an Fans für ein Freundschaftsspiel der peruanischen Nationalmannschaft. An jeder Ecke prangerten Werbeplakate des Nationalteams…

Im Hostel fand ich einen Flyer für eine Bustour mit Peru HOP. Mit dieser Art zu reisen hatte ich bereits in Neuseeland gute Erfahrungen gemacht. Also das Ticket online gebucht und ab ging es am nächsten Tag. Ich entschied mich für das komplette Paket, hatte ich doch knapp 3 Wochen Zeit, die Route führte sogar nach Bolivien was perfekt in meine Pläne passte.

Wer einfach und bequem durch Peru und Bolivien reisen möchte kann sich auf dieser Seite informieren: https://www.peruhop.com

Die Route führte von Lima aus immer Richtung Süden bis La Paz in Bolivien, von da aus dann zurück nach Cusco in Peru – dem Startpunkt für Expeditionen Richtung Machu Picchu.

So ziemlich alles abgedeckt was ich mir vorgestellt hatte.

Los ging es mit dem Bus immer Richtung Süden, erste Kontakte wurden geknüpft und Erfahrungen ausgetauscht.

Reisebuddy Peru: Immer ein Lächeln für die Camera – Julien beim Poncho-Kauf.

Sehr beeindruckend wie sehr sich die Landschaft auf relativ kurzer Distanz komplett veränderte.

So transformierte sich die bergige Landschaft um Lima immer mehr zu einer flachen Wüste.

Huacachina Dünen-Landschaft

Wüstenoase Huacachina

Auf der Route machten wir Stopps im Nationalpark Paracas mit unfassbar schönen Küstenstreifen. Einem alten kolonialen Anwesen aus der Sklavenzeit mit Tunnelsystem, kaum vorstellbar was sich hier zugetragen hat.

Sklaventunnel in Peru…unfassbar bedrückend.

Weiter ging es in die Wüstenoase Huacachina, mit Buggies durch die Wüste und auf Sandboards die Dünen hinunter. Hier lernte ich Julian aus den Niederlanden kennen, wir sollten uns noch öfters über den Weg laufen und einige unvergessliche Erlebnisse teilen dürfen.

Ein Pisco-Tasting durfte auch nicht fehlen. Dabei handelt es sich um das traditionelle peruanische Getränk aus Traubenmost. Könnte man in meiner Region auch mal mit ins Portfolio aufnehmen. So ein Tasting um 10Uhr am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen.

Mein Weg führte mich weiter nach Arequipa, eine wunderschöne Stadt welche sich bereits auf 2300m befindet. Von hier aus startete ich eine 2-Tage-Wanderung zum berühmten Colca Canyon. Je nach Messverfahren ist dieser Canyon der tiefste der Welt. Sehr beeindruckend… Mit dem Bus zu diversen Aussichtspunkten mit Condor-Sichtung. Unbeschreiblich schön wie diese Tiere durch die Thermik im Canyon durch die Lüfte getragen werden. Der Abstieg vom Rand des Canyon in das Tal dauerte ca. 5h. Dort angekommen gab es ein traditionelles Mittagessen und auf dem Weg zur Schlafstätte auch etwas Geologieunterricht und Pflanzenkunde – 22km gingen doch etwas auf die Pumpe =)

Alpaca schmeckt wie Rind, nur anders.

Kathedrale von Arequipa bei Nacht.

Handarbeit: Produktion von Alpaca-Wolle

Tarnen & Täuschen: Alpaca im Tarnanzug

Um 4:30Uhr am nächsten Morgen war es dann soweit, der straffe Aufstieg zurück auf den Kamm des Canyons. Knappe 12Km schlängelte sich der Weg in Richtung Ziel, umgerechnet 291 Stockwerke. Manchmal frage ich mich warum ich mir solche Geschichten antue… aber mal ehrlich, die Ankunft und die atemberaubende Natur sind es einfach wert =)

Auf dem Weg zum Colca Canyon. Baby Alpaca und Guide.

Der Flug des Condor… eines meiner Lieblingsbilder.

Tierischer Begleiter auf dem Weg ins Tal beim Colca-Canyon.

Spartanische Bar im Canyon, Happy Hour gab es trotzdem.

Wirkt wie aus einer anderen Welt: Szenerie beim Aufstieg aus dem Tal.

Gipfelkreuz: mit Musik gehts leichter.

Nächster Halt der größte Südwassersee Südamerikas: Lago Titicaca. 15,5-fach so groß wie der Bodensee gehört er teilweise zu Peru und Bolivien. Der höchste kommerziell befahrbare See der Welt auf 3812m. Äußerst beeindruckende Werte.

„Seebanane“ am Titikakasee. Seegraß schmeckt gesund.

Auf dem See besuchten wir in unserer kleinen Gruppe die schwimmenden Dörfer und die Isla del Sol (Sonneninsel). Das Leben auf diesem See beschränkt sich nur auf das Nötigste. Die Menschen ernähren sich aus dem See oder mit sporadischen Lieferungen aus den angrenzenden Städten.

Müder Inselbewohner.

Von Puno weiter Richtung Grenze zu Bolivien. Grenzübertritt und Übernachtung in Copacabana – leider nicht ganz so schön wie die Ecke in Brasilien. =)

Grenzübertritt nach Bolivien zu Fuß.

Spannend die nächtliche Überfahrt mit dem Boot über ein Teil des Sees, aus Sicherheitsgründen war es nicht gestattet im Bus zu bleiben. Unsere Nussschale fühlte sich nicht zwingend „save“ an.

Inka-Statue auf der Isla del Sol.

 

Beeindruckende die Ankunft in LaPaz. Einfach ein wahnsinniges Bild – mit dem Bus über die Passstraße in den Kessel auf den Stadtkern blicken zu können. Nicht nur wegen der Höhe von 4100m verschlägt es einem hier den Atem.

Beeindruckende Straßenkunst in LaPaz.

In La Paz traf ich wieder auf Julien, wir hatten uns dort in das gleiche Hostel eingenistet. So erkundeten wir gemeinsam mit weiteren Backpackern La Paz. Eine FreeWalking Tour, die gesetzlich nicht „for free“ sein darf, das Nachtleben von La Paz und diverse Ausflüge mit der Gondel in die äußeren Bezirke. Absolut beeindruckendes Panorama…

Ersatzteile aller Art: Kugellager-Fachgeschäft in LaPaz auf 4200m.

Cholita in traditioneller Tracht.

Empfohlen wurde mir im Vorfeld auch ein Tagesausflug zu der Salzwüste Salar de Uyuni. Mit 10.000m² die größte „Salzpfanne“ der Welt. Dort ging es mit dem 4WD quer durch die unendlich wirkenden Weiten. Die Ebene wird gesäumt von Bergketten und wirkt eher wie eine unwirkliche Märchenwelt. Am Abend ging es mit dem Nachtbus zurück nach La Paz. Auch mehrere Tage als Tour wären möglich gewesen, leider spielte das Wetter nicht mit.

Hexenmarkt in LaPaz – geschrumpfte Alpaca-Babys.

Wahnsinniges Panorama: LaPaz im Tal.

Startpunkt Ralley Paris-Dakar in der Salar Uyuni.

3-2-1 Sprung! Verzerrte Perspektive durch die Weite der Wüste.

Oasen in der Salzwüste.

„Rathaus“ LaPaz – die Uhren ticken hier anders…

Eisenbahnfriedhof auf dem Weg zur Salzwüste.

Um etwas Zeit zu sparen flog ich gemeinsam mit Julien von LaPaz zurück nach Cusco in Peru, dem Startpunkt zu allen möglichen Expeditionen. Die bekanntesten Toure nach Machu Picchu starten von dieser sehenswerten Stadt aus.

Traumhafte Aussicht auf der Hostelterrasse auf Cusco.

Tipp für Peru-Reisende: bucht keine Touren im Voraus online oder über Reiseargenturen – vor Ort könnt ihr deutlich günstigere Angebote auswählen. (Online 500USD / vor Ort: 160USD)

Flug von LaPaz nach Cusco – im Hintergrund die Anden.

Mein Plan hatte den Inka-Trail oder die Salcantay-Route vorgesehen. 5 Tage werden für die Routen veranschlagt – Schwierigkeitsgrad „schwierig“.

Da zur selben Zeit das Inti Raymi (Sonnenfest) zelebriert wurde, musste ich meine Pläne jedoch anpassen.

Darf natürlich nicht fehlen: Meerschweinchen nach Art des Hauses.

Gemeinsam mit Julien entschieden wir uns für den sogenannten „JungleTrack“. Eine Kombination aus Wanderungen, Mountainbiking, Raftig und ZipLining. Vorteil hier: man kann sich die Tage besser einteilen.

Am ersten Tag stand Mountainbiking auf dem Programm. Mit einem Shuttlebus rauf auf 4000m und in 3h wieder runter um ca. 1500 Höhenmeter – einmaliges Erlebnis. Zugegeben, nicht ganz ungefährlich… aber was tut man nicht alles für ein wenig Adrenalin.

Volle Schutzausrüstung für Fahrradtour.

Postkarte: Aussicht am Rastplatz der Biketour.

Am Folgetag dann das große Festival in Cusco – beeindruckende Festlichkeit. Geschmückte Stadt und Auftritte in alten Inka-Ruinen mit traditionellen Tänzen und Aufführungen. Leider waren wir etwas spät dran, so war die Sicht in zweiter Reihe nicht die Beste.

Endlich war es so weit… morgens mit dem Shuttlebus in Richtung Machu Picchu. Wer kennt sie nicht die gefährlichen Bergstraßen aus den Dokumentationen wie z.B. die „DeathRoad“ in Bolivien.

Shops für Bekleidung an jeder Ecke.

Und ja…. Genauso sieht es in Peru dann auch aus. 5h Fahrt stand auf dem Programm, anfangs noch gemütlich auf geteerten Straßen mit einigen Schlaglöchern. Danach dann auf Schlaglöchern mit ein wenig Teer dazwischen.

Schließlich verließen wir dann komplett die befestigte Straße und schlängelten uns entlang von unbefestigten Bergstraßen durch kleine Dörfer zum Ziel.

Diverse Male hatte ich Schweißperlen auf der Stirn, der Fahrstil und die Straßen an ca. 200m tiefen Abhängen lassen doch Spuren am Nervenkostüm.

Am Fuß des Machu Picchu angekommen, mussten wir noch 2h entlang von Schienen zu unserer Unterkunft wandern.

Nach kurzem Briefing und Abendessen war dann eine frühe Nachtruhe angesagt. Um 4:00Uhr klingelte der Wecker – um 4:30Uhr am Eingang des Nationalparks.

Machu Picchu im Nebel! Keine Bange, er lüftet sich noch…

Um 5:30Uhr öffneten die Pforten. Im Schnitt dauert der Aufstieg nur über Treppen ca. 1h. Mein Reisebuddy Julien spielt in der 3. holländischen Liga Fußball und hat im Vergleich zu mir betagten Herren einen etwas besseren Fitnesszustand. In ca. 40min zogen wir den Berg hinauf, ohne größeren Pausen. Diese Zeit gilt es für alle zuschlagen… =)

Ich hatte nicht nur körperliche Schmerzen nach dieser Tortur, aber man möchte sich ja immer selbst herausfordern.

Oben auf dem Plateau angekommen hieß es erneut einreihen – seit einiger Zeit ist es auch möglich, den quälenden Aufstieg zu umgehen und sich bequem mit Busen kutschieren zu lassen. Für ältere oder gesundheitlich angeschlagene Menschen eine tolle Möglichkeit.

Die vergessene Stadt in voller Pracht.

Ist man erst einmal in dem Areal der vergessenen Stadt verschlägt es einem die Sprache… es ist einfach unvorstellbar wie Menschen diese Stadt geplant und errichtet haben. Selbstversorgung mit einem Tranigen-System für Abwasser und Frischwasser. Perfekte Ausrichtung zur Sonne der Tempelanlagen und vieles mehr. Was für ein Genie muss man sein umso etwas ohne moderne Hilfsmittel auf die Beine zu stellen.

Nach 1-2h brach dann auch endlich die Wolkendecke zwischen den Gipfeln auf und die Stadt erstrahlte in ihrem vollen Glanz. Nach einer geführten Tour durch die Straßen und Pfade genossen wir einfach die Aussicht und sonnten uns etwas auf den Dorfplätzen.

Souvenier: Stempel des Machu Picchu im Reisepass

Zwischen den Gebäuden fanden sich immer wieder Lamas und Alpacas wieder, die wild in der Region ihre Zeit genießen.

Dies sollte auch einer meiner letzten Tage im traumhaften Peru sein. Für mich ging es weiter in Richtung Kolumbien – Julien verbrachte noch einige Tage in Cusco und startete einige Expeditionen in Richtung SacredValley und Salzterrassen.

Von Cusco über Lima nach Kolumbien, mit vielen einmaligen Erlebnissen und Abenteuern im Gepäck… Peru, definitiv ein Highlight und eine klare Empfehlung von meiner Seite.

 

Ein herzliches Dankeschön an Julien, mit dem ich eine großartige Zeit in Peru hatte…

„Feel free – use the G“ =)

Christian & Julien am Höhepunkt der Peru-Reise.

Grüße in die Niederlande =)

Christian                                                     

 

 

 

 

 

 

 

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