Koh Lanta / Krabi

 12.Tag

Am Morgen mein Backpack geschnürt und ab zum Hafen. Das nächste Ziel auf der Route sollte die ruhigere Insel Koh Lanta werden – eher ein Geheimtipp neben den ganzen bekannten Inseln auf der Westseite.

Schon beim Start von der Unterkunft hätte ich ahnen können was bei der Überfahrt auf mich wartet. Es regnete in Strömen und der Wind peitschte mir bereits auf dem Weg zum Pier ins Gesicht.

Man ist ja „Abenteurer“, da bringt einen sowas nicht aus der Fassung… oder doch?!

…mehr Details im Verlauf des Artikels.

Die Fähre bzw. Nussschale machte nicht unbedingt den sichersten Eindruck, aber das ist man ja mittlerweile gewohnt. Immerhin bin ich bereits gedanklich einen Schritt weiter und checke die Sicherheitseinrichtungen. In diesem Fall – merkwürdig bis fragwürdig.

da ahnte Jack Sparrow noch nichts

Kaum Platz genommen das selbe Spiel, die Taxifahrer werben um die Gunst der Kundschaft – erstaunlich welche Strategien hier angewendet werden. Einfach mal drauf eingehen lassen und ein wenig mitspielen. Humor und Offenheit bringen ein hier deutlich weiter.

Bei den Verhandlungen habe ich dann den Amerikaner Tyler kennen gelernt. Sehr netter „Surfer-Typ“. Gespräche über Reisen und Präferenzen bzgl. Action-Sport sollten die Fahrt nach Koh Lanta verkürzen.

Die Fahrt war mit 1,5h angesetzt – bei guten Verhältnissen. Unsere Überfahrt dauerte 2,5h.

Nach und nach wurden die Fahrgäste nervöser… die Fähre schaukelte sehr ungesund.

Nachdem wir die Deckung durch Koh Phi Phi auf dem Meer verlassen hatten und auf offener See unterwegs waren, zeigte uns Poseidon was passiert wenn er einen schlechten Tag hat.

Die Fenster der Sitzreihen waren ca. 1m über dem Meeresspiegel.

Irgendwann war vom Horizont nichts mehr zu sehen, nur noch Wellen und gewaltige Schräglage. Mehrere Fahrgäste schnappten sich die Schwimmwesten von ihren Sitzen, einige begannen bereits zu kreischen.

Anfänglich hatte ich noch meinen Spass damit…

Auch mir fiel so langsam die Farbe aus dem Gesicht und ich muss zugeben, das erste Mal hatte ich wirklich ein ungutes Gefühl – ob das Schiff wohl kentert?

Die Wellen schlugen mehrfach flach gegen die Seiten des Bootes.

Tyler, der Surfer aus den USA, konnte mittlerweile nicht mehr sitzen und stellte sich in die Mitte des Ganges und versuchte mit gekonnten Bewegungen die Schwankungen auszugleichen.

Er hatte nach seinen Erzählungen bereits viele Adrenalinräusche in seinem Leben, diese Situation hat ihm augenscheinlich jedoch gar nicht gefallen.

Per GPS schaute ich mehrfach nach unserem Standort – meine Güte erst die Hälfte überstanden.

Im weiteren Verlauf der Fahrt gab es einige Welleneinschläge, welche die Fahrgäste in den hinteren Reihen komplett durchnässten. Lustig fand es zu dem Zeitpunkt keiner mehr.

So schaukelten wir dahin, Richtung Koh Lanta. Bei jeder Welle das Gefühl, jetzt kippt die Schüssel.

In den vergangenen Artikeln habe ich bereits meine Freibeuter-Gefühle auf den Schiffen beschrieben, in diesem Fall wurde ich dramatisch auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.

Mein Nahtot-Zähler ging bei der Fahrt von 0 auf 5.

Nach 2,5h war die Überfahrt dann zu Ende – nichts wie runter vom nassen Grab.

Wo ist das nächste Taxi? Da! Preisverhandlungen? Mir egal, ich zahl alles.

Fahr mich sicher zum Guesthouse!

Mein innerer Kompass war noch ordentlich am rotieren, selbst im Stand wackelte der Boden.

Mit der Taxi quer über die Insel – erster Eindruck? Schön ruhig – weniger los – aber Regen.

Das Guesthouse liegt weit im Süden, direkt an der Altstadt Koh Lanta – einem beschaulichen Fischerdörfchen.

Sweet Life Community

Kochkurs-Hütte

Ein völlig anderes Konzept als alles was ich bisher gesehen habe.

Die Gastgeber haben dieses Guesthouse im Stil einer Kommune aufgebaut. Einzelzimmer, jedoch mit Gemeinschaftsräumen. Regeln: Benimm dich als wär es dein zu Hause!

Sehr zu empfehlen: Sweet Life Community Guesthouse

die Gastgeber Mon & Mayaan

Sauber, modern und total unkompliziert.

12 Monate verstaut

Kingsize-Bett

 

Bei Ankunft saßen bereits zwei Gäste im Aussenbereich, auch sie waren vom Regenwetter an die Unterkunft gebunden.

„Bist du Christian?“

„Ja, der bin ich.“ Ich war etwas verdutzt.

„Die Gastgeber sind unterwegs, wir sollen dich kurz einweisen.“

Ich wurde von Felix und Alexa begrüßt, einem Pärchen aus dem schönen Kölle. Auch sie würden mich noch ein ganzes Stück auf meiner Reise begleiten – tolle Bekanntschaft 🙂

Mitbewohner

Am Abend saßen wir gemütlich vor unserer Kommune und tranken Kaffee, lauschten dem Regen und unterhielten uns über unsere Pläne und Erfahrungen.

Blog schreiben im Regen

In der Nacht gab es mehrere Stromausfälle und von draussen halten seltsame Tiergeräusche, leider noch nicht zu identifizieren.

 

13. Tag

Auch an diesem Tag begrüßte mich die Insel mit Starkregen und keiner Möglichkeit einer Erkundungstour.

So beschloß ich endlich mal wieder am Blog zu arbeiten und einige Berichte nachzureichen.

Da der Regen keine Möglichkeit bot, in die Stadt zu kommen bestellten wir kurzerhand per WApp unser Frühstück direkt ans Guesthouse.

Frühstück bei Tiffany

Das liefernde Restaurant brachte die Speisen mit einem Pickup – alles auf einem Tablett im Wagen verstaut. Sowas gibts nur in Asien 🙂

Weitestgehend saßen wir vor unserem Guesthouse und gingen unseren Hobbies nach.

Kokossuppe mit Shrimp und Papaya-Salat

Fischerdörfchen

Am Abend klarte es etwas auf und ich ergriff die Möglichkeit mit einer kleinen Maschine ein Teilstück auf dem Südteil der Insel zu erkunden.

Höllenmaschine 50cc

Erdrutsch

Die Straßen waren komplett mit Schlamm und Sand bedeckt. Einige Abschnitte waren bereits durch kleine Erdrutsche mit Schlamm und Bäumen bedeckt.

bewölkte Schönheit

Aufgrund der schlechten Prognose für die Folgetage beschloss ich meinen Weg Richtung Ostseite fortzusetzen. Felix und Alexa hatten ähnliche Pläne, also machten wir uns gemeinsam auf den Weg.

 

14. Tag

Mit dem Shuttle ging es für 350baht ans Festland nach Krabi. Klimatisierter Kleinbus und 3,5h Fahrt – sollte kein Problem sein.

Nachdem wir ca. 1h auf Koh Lanta alle möglichen weiteren Fahrgäste eingesammelt hatten, ging es weiter Richtung Krabi. Bis zum Schluss hatte ich gehofft mein Sitzplatz neben mir bleibt frei, irgendwie war mein Glück bereits aufgebraucht.

eindeutig der bessere Nebensitzer

Ein freundlicher und fülliger Chinese nahm neben mir Platz – ich hab ja etwas Erfahrung mit diesen Kollegen, er war aber eine ganz besondere Gattung.

Ich gab ihm den Spitznamen Kopfakrobat.

der Kopfakrobat

In Krabi angekommen trennten sich zunächst die Wege von Felix & Alexa und meiner Wenigkeit.

Ich beschloss in ein Hostel zu ziehen – 3€ die Nacht, kannste nich meckern. 6 Betten-Dorm, keiner da – perfekt.

Am Abend habe ich mich dann mit Alexa und Felix auf einem bekannten Nachtmarkt verabredet. Dort gab es zahlreiche Streetfood-Stände. So snackten wir uns durch den Abend.

Maden, Heuschrecken und Mehlwürmer

fish & crab

Auf diesem Foodmarket trafen wir noch Thomas, einem Zahnmedizinstudent aus Tübingen. Er schloss sich der illustren Runde an. Wir suchten uns eine lauschige Bar und ließen den Abend gemütlich ausklingen.

Jenga-Abend

dämpfiges Krabi

Auf meinem Heimweg von der Bar zum Hostel spielten sich bizarre Szenen ab. Ich hatte zu später Stunde noch knappe 2km alleine zu gehen und beschloß einen Schwenk über einige Sehenswürdigkeiten in der Ecke zu machen – sieht nachts mit dem Lichterspiel auch ganz nett aus.

Am Wat Kaew vorbei waren auf der langen Straße einige Baustellen. In diesen Rohbauten tummelten sich streunende Hunde und ich rede hier nicht nur von einem Dutzend.

Irgendwie hatte es was von einem Horrorfilm – Mondschein, heulende und bellende Hunde… ein verirrter Tourie auf dem Weg zu seinem Hostel.

So ganz geheuer war mir die Sache nicht, kein Mensch auf der Straße – also den zweiten Gang eingelegt und schleunigst Richtung Hauptstraße.

Etwas erleichtert kam ich dann am Hostel an und legte mich nach einer Angstschweißdusche direkt in mein Bett.

eigenes Bad

6 Betten und ein Gast

Am nächsten Morgen ging es weiter mit dem Shuttlebus und  Fähre nach Koh Phangan.

Spannend geht es weiter immer Richtung Osten…

greets

Chris