Koh Phangan

15.Tag

Ich verließ das Hostel in Richtung Busbahnhof, 3Km mit Backpack. 33°C… vor 10 Jahren hätte ich die Herausforderung angenommen.

Diesmal bin ich etwas rücksichtsvoller mit meinem Körper.

los geht´s

Im Verlauf meiner Reise habe ich gelernt: in Thailand ist alles möglich.

Kurzerhand hat mir der freundliche Teileigentümer des Hostels ein Taxi herbeigerufen. Mein Wunsch war eigentlich ein klimatisiertes Fahrzeug oder zumindest eine Art Tuk Tuk – anscheinend war mein Thai etwas eingerostet…

Als ich etwas verstört auf die unterdimensionierte Konstruktion und Motorisierung des Taxis blickte, sagte der Hosteldaddy eiskalt in gebrochenem Englisch: „In Thailand nothing is to small.“

in einem Taxi nach Paris

Na wenn er das sagt…

Ein paar Stoßgebete und rauf auf den Schwertransport. Die erste Hürde, Anfahren mit Überlast. Etwas wackelig und kurz vor einem Sturz schafften wir es dann doch über die mehrspurige Straße.

Merke: Wenn die Masse sich bewegt und eingependelt ist, alles kein Problem.

Merke: Die bewegte Masse muss auch irgendwie wieder zum Stillstand kommen.

Auf alle Fälle sind wir die 3Km mit lockeren 13,5Km/h den Highway entlang getuckert, wegen der Sicherheit!

Wichtig für mich: Heil am Ziel und Spaß bei der Arbeit – check.

zwei von zwei haben Freude

Am Busbahnhof angekommen verlief alles ganz unspektakulär.

Warten, warten, warten.

Dann ging es auch schon los – komfortabel mit Klima. Passt.

Die 2,5h quer durch Thailand auf die Ostseite gestaltete sich als bequeme Kaffeefahrt.

von Krabi nach Surat-Thani

Ich nutzte die Zeit für etwas Blogging.

mobile Office

Am Pier angekommen raus mit dem Gepäck und ab auf die Fähre.

Da war doch was bei der letzten Fahrt… kurz bevor es los ging brachte ich noch ein paar Opfergaben dar um Poseidon zu besänftigen (zwei Jungfrauen).

Fähre mit Touri-Kneul

Sollte ich öfter tun – die Überfahrt war traumhaft.

traumhafter Sonnenuntergang auf der Fähre

In Koh Phangan angekommen machte ich mich mit dem Backpack auf den Weg Richtung Resort. Ca. 1,5km zu Fuß – es war kühl und die letzten Tage waren sehr schmackhaft, da kann man etwas für seinen Schwimmring tun.

Es war bereits dunkel – das Resort war dank GPS und Google-Maps einfach zu finden. Anders gestaltete sich die Suche nach der Rezeption.

Mehrere Reihen Bungalows, keine Schilder, kein Weg… da brennt noch Licht, da gehste mal hin.

Eine freundliche ältere Dame wirbelte mit Pfannen und Töpfen in ihrer Open-Air-Küche.

privater Bungalow

Bei der Frage nach der Rezeption stellte sie kurz ihre akrobatischen Einlage ein und verwies mich mit einem Fingerzeig weiter Richtung Dunkelheit.

spartanischer Bungalow

Wasch-Dusch-WC-Kombination

Was macht man mit so viel Gepäck auf den Hüften? Richtig – nicht denken, einfach folgen.

Ah, verstehe – zentraler Platz mit Dach. Stühle und ein Kühlschrank mit Bier. Da bist du richtig.

Freundlicher Empfang – schwedischer Besitzer, thailändische Frau. Interessante Konstellation.

Eincheck-Prozedur gekonnt gemeistert. Man hat ja Übung. Kleiner Buchungsfehler von meiner Seite, ich hatte mich eigentlich erst für den Folgetag angemeldet.

Aber im Studium lernt man: Überzeugen bei absoluter Unsicherheit / Ahnungslosigkeit – check.

Gepäck verstaut und ab in die Stadt… in Koh Phangan finden diese berühmten Fullmoon-Partys statt, da wird ja auch sonst ordentlich Programm sein.

Motiviert auf die Piste…

Happy Hour mit mir 🙂

Nach 2h alleine zu Fuß durch die Ortschaft, alle Top 5 Bars von Trip Advisor abgeklappert… absolute Einöde.

Jeder kennt diese Szene aus den alten Western, wenn dieser Heuballen durch die Straße weht.

„Na dann, werde ich heute wohl nicht mehr gebraucht. Dann wird eben der Akku geladen.“

 

16. Tag

Top motiviert und gut erholt aufgewacht – Maschine gemietet und die Insel erkundet.

die schlummernde Bestie

Ich hatte etwas bestimmtes im Sinn. Eine kleine handliche Maschine, mehrfach bereits bei jungen wilden Thai-Kollegen gesehen. Musste haben.

hell yeah!

Knapp 1h durch die Stadt gewackelt um einen seriösen Verleih zu finden, der die Maschine tatsächlich im Angebot hat.

Leider war ein Pedal abgebrochen, auch noch die Seite für die Bremse. Die „Inhaberin“ meinte, kann man bedenkenlos nehmen, ich krieg auch Rabatt. Macht Sinn… Bremse braucht man eh nicht.

Nach Verhandlungen mit ihrem Ehegatten und technischen Fachsimpeleien konnte ich den Herren davon überzeugen, von einer anderen Maschine das Pedal umzubauen.

Geschafft… da kribbelte es wieder… das Easy-Rider-Gen. Endlich wieder Freiheit!

Kompass raus und ab in den Norden der Insel, da soll es noch wilde Tiere und ungezähmte Strände geben!

Nach ca. 40min Fahrt auf wunderbar ausgebauten Straßen und vorbei an Resorts schaffte ich es dann an einen wunderschönen Strandabschnitt mit Pier und einem wunderbaren Restaurant. Zeit für eine Rast.

Aussicht vom Pier beim Restaurant

Gemütlich ein Banana-Coconut-Shake geschlürft und dabei per Internetz die Nachrichten gecheckt.

Nachricht von Alexa & Felix:

„Hi! Wir sind auch auf Koh Phangan angekommen und haben uns das selbe Resort genommen. Melde dich doch.“

Gesagt getan! Rauf auf die 125er Harley und zurück zum Heimathafen. Immer nach Geschwindigkeitsempfehlung.

Super Sache, sympathische Weggefährten Ahoi!

Im Resort angekommen wurde sich über die vergangenen Erlebnisse ausgetauscht. Zur lustigen Runde gesellten sich noch Mandy und Anne, zwei nette Physios auf Thailand Urlaub.

Gemeinsam ging es auf den lokalen Foodmarket um anschließend  das ein oder andere Bierchen zu verkosten.

Alexa´s Leibgericht: Coconut-Ice in Coconut

Wir sind im Anschluss zurück Richtung Resort um dort gemütlich den Abend zu verbringen, in den ansässigen Lokalen war leider noch immer Heuballen-Stimmung.

Munition wurde im 24h 7-Eleven gekauft für ein gemütliches Feierabendbier.

Im Resort erwartete uns der schwedische Besitzer bereits mit seinen Freunden aus der Heimat. Ich würde sagen… alle drei so Ende 40 Anfang 50. Schwierig zu schätzen, sehr trinkfeste Kollegen.

Details erspare ich euch hier und werfe nur ein paar Stichworte in den Raum:

  • der Resort-Besitzer fällt vom Stuhl
  • liegt auf dem Boden
  • und schläft einfach
  • im weiteren Verlauf stand er auch nicht mehr auf
  • alle Beteiligten sind ins Bett
  • Resort-Besitzer schläft selig weiter
  • erwacht mitten in der Nacht
  • fragt sich wo er ist
  • wirft beim Versuch aufzustehen einfach den Tisch mit allen Flaschen um

Bevor nun böse Kommentare folgen: mehr als stabile Seitenlage war nicht mehr drin.

 

17. Tag

Mit heiter bis wolkigem Kater trafen wir uns am nächsten Morgen zum Frühstück. Der Resort-Besitzer hatte sich wieder mit einem Konterbier auf die Gleise gestellt. Faszinierend.

Aussicht beim Frühstück

Vorschlag von Mandy, Khao Ra Trial auf den höchsten Punkt von Koh Phangan 635m. fantastischer View Point!

Schöne Sache. Felix und meine Wenigkeit schlossen sich der Expedition an, während Alexa und Anne die Stellung am Strand hielten.

Mit Roller und Clowns-Motorrad ab zum Startpunkt mitten im Nirgendwo.

Auf den spuren von Indiana Jones quer durch den thailändischen Wald immer Richtung Sonne!

Indiana Felix

Bereits nach den ersten 20min habe ich jedes Bier vom Vorabend verflucht…

perfekte Laktatwerte!

Mit Karabiner, Machete und Kompass kämpften wir uns durch den dichten thailändischen Regenwald. Immer weiter Richtung Gipfel – die schönsten Orte sind nur sehr beschwerlich zu erreichen.

Für unsere unmenschlichen Strapazen wurden wir nach ca. 2h Aufstieg jedoch fürstlich entlohnt. Eine traumhafte Aussicht!

finally we did it!

Bei einer kleinen Brotzeit auf dem Berg wurden die Tanks wieder für den Abstieg gefüllt.

perfect View =)

Ungefährlich war der Abstieg nicht – musste leider an diesem Tag auch Felix schmerzlich erleben!

Auf den letzten Metern wurde er Opfer eines gefürchteten Koh Phangan Landhai, als er versuchte das Leben eines Babys zu retten! Dramatische Bisswunde am Knie und Schienbein…

So zumindest seine Variante der Geschichte…

Hört sich eindeutig cooler an als „Sturz wegen Gravitationsverlust“ 🙂

Zum Glück war Mandy mit Verbandszeug gut ausgestattet für solche Notfälle.

Die Expedition war trotz Blut, Schweiß und fast auch Tränen ein tolles Erlebnis.

Zurück im Resort wurden die Wunden geleckt und die Bärte gestutzt.

Auf dem Zettel stand eine Blackmoon-Party. Darf sich gerne jeder selbst informieren was dahinter steckt, steht in diesem Internetz.

Black Moon Party

glowing Tattoo

Zusammenfassend würde ich die Party wie folgt beschreiben: UMZ UMZ UMZ UMZ UMZ UMZ.

 

18.Tag

Sichtlich ramponiert vom Vorabend traf ich mich mit Alexa und Felix zum Frühstück. Die Mädels hatten am frühen Morgen bereits ihren Abreisetag – Respekt.

Motiviert sieht anders aus – was tun wir heute? Im Norden war schön? Ja, also nochmal mit Alexa und Felix in die Richtung.

Sweety mit Palmenfrisur

Leider war der Tag geprägt von kleineren Regengüssen. Aber alles halb so wild – selbst der Regen in Thailand ist angenehm.

Den ein oder anderen Strand besichtigt, spätes Mittagessen und Flucht vor den Wolken.

Wolken ziehen auf!

Um 18:30Uhr ca. 300m vor unserem Resort vom Platzregen des Jahres erwischt worden, also Unterschlupf gesucht.

Leider nur ein Dach bei „Pretty Massage“ gefunden. Was solls, trinken wir halt ein Bierchen.

150baht für ein Bier, jenseits von Gut & Böse. Aber wir sitzen fest… der Laden hätte auch Happy Massage heißen können, oder einfach Massage mit HappyEnd.

pretty Massage

Daraus erklären sich auch die exorbitanten Preise.

Es zieht sich wie ein roter Faden – Monopolstellungen werden grundsätzlich ausgenutzt.

Abendessen im Resort bei Platzregen und Gewitter – ein schönes Naturschauspiel.

 

19.Tag

Etwas fitter als am Vortag stand erneut eine Ausfahrt auf dem Programm, diesmal in Richtung des berühmten Haad Rim, dort wo die berühmten Fullmoon-Partys stattfinden.

Für uns eher zum Sightseeing und zur Erholung. Party hatten wir erstmal genug.

Gemütlicher Strandtag – gemütliches Mittagessen in einem View-Point-Restaurant mit unterhaltsamer Begegnung einer wandernden Affenfamilie.

Für mich ging hier bereits die Planung für die folgenden Tage weiter. Ein großes To-Do auf meiner langen Liste für die WorldTour –> ein Tauchschein.

Bekannt ist hier die Insel Koh Tao – ein kleines Paradies im Norden auf der Ostseite.

Am Abend gemütlich im Resort noch mit Felix und Alexa die Weiterfahrt mit Fähre und Unterkunft besprochen.

traumhafter Sonnenuntergang

Wie es weiter geht auf Koh Tao und was es mit diesem „Rocket-Man“ auf sich hat erfahrt ihr in der nächsten Episode „crumbs-to-go“ auf Koh Tao.

die Crew auf dem Weg nach Koh Tao

 

greets

Chris