Yangon

31.Tag

Nach wundervollen 30 Tagen in Thailand und einem krönendem Abschluss auf Koh Tao ging es weiter nach Myanmar.

Von Koh Samui über Bangkok in die ehemalige Hauptstadt Yangon / Rangun.

Anflug auf Yangon

Bei der Ausreise aus Thailand durfte ich noch 500baht Strafe bezahlen, da mein Visum um 6h überzogen war.

Im Vorfeld hatte ich mich mit Reportagen und einigen Online-Blogs über das goldene Land informiert.

Highlights wie der Golden Rock, der wunderbare InleLake mit seinen Einbein-Fischern und den FloatingGardens, Bagan die alte Pagoden- & Tempel-Stadt mit ihren berühmten Sonnenaufgängen und Untergängen wurden in die Tour aufgenommen.

Wichtig – in Myanmar herrscht Visumpflicht auch für deutsche Staatsbürger.

Obwohl der deutsche Pass der wertvollste der Welt ist – 177 Länder können ohne besonderes Visum bereist werden. Gründe dafür sind die guten aussenpolitischen Beziehungen in alle Welt.

So musste für 50USD noch in Thailand ein Online-Visum beantragt werden – funktionierte alles ohne Probleme.

Um 10Uhr das Visum beantragt – um 14Uhr wurde es per eMail zugesandt. Da könnte sich die deutsche Bürokratiemühle eine dicke Scheibe von abschneiden.

Der Nachweis über die Ausreise in Form eines Bus- Zug- Flug- Tickets muss ebenfalls vorliegen.

Ankunft am Flughafen in Yangon – übliches Spiel: Shuttle-Taxi zum Hostel organisieren.

Banana-Street

Zähe Verhandlungen – aber kennt man ja. Einziger Unterschied, die Preise werden einem in US-Dollar genannt. Umrechnungsmarathon garantiert.

Erste Eindrücke aus der Windschutzscheibe

Die burmesische Währung nennt sich Kyat und wird lustigerweise „Schadt“ ausgesprochen =)

Also ab ins Hostel und erste Eindrücke durch die Autoscheibe sammeln.

Ehemalige britische Kolonie – Lenkrad auf der „falschen Seite“. Straßenverkehr jedoch auf der rechten Seite. Völlig verdrehte Welt. Das soll mal einer verstehen.

Zumindest der Taxifahrer wusste was er tut.

Vorteil in Myanmar – viele sprechen Englisch und wenn es nur ein paar Worte sind.

Yangon – ehemalige Hauptstadt und mit 5,2Mio Einwohner die größte des Landes.

Leider gibt es hier keine U-Bahn oder S-Bahn. Daher auch tägliches Verkehrschaos.

Im Norden sehr kultiviert – je weiter es in den Süden Richtung Fluss & Hafenviertel ging, desto mehr wurde die Stadt chaotischer und umtriebiger.

rustikale Häuserzüge

Im Süden hatte ich mein Hostel als Unterkunft gewählt – mitten im Hafen- & Arbeiterviertel.

Angekommen am Hostel – todmüde eingecheckt. Die letze Nacht war weniger erholsam.

Im Vergleich zu Thailand ist Myanmar eine völlig andere Welt.

Die letzten Jahrzehnte unter militärischer Diktatur, daher eher stagnierende Entwicklung in allen Bereichen, gehört Myanmar zu einem der ärmsten Länder in Südostasien.

Die Demokratie hat erst in den letzten Jahren Einzug erhalten.

Das Bruttoinlandsprodukt liegt bei 1.269USD pro Kopf – zum Vergleich in Deutschland 41.902USD.

52Mio Einwohner, welche 135 Ethnien angehören sind ein Indikator für die kulturelle Vielfalt in Myanmar.

Besonders in Yangon (Rangun) ist dieser Mix zu spüren und zu erleben. Auf den Straßen tummeln sich die unterschiedlichsten und buntesten Kulturen.

Ich beschloss den ersten Tag weitestgehend im Hostel zu verbringen, um mich zu erholen und die nächsten Schritte zu planen.

Zur Zeit meiner Ankunft stand das Lichterfest in Myanmar an, welches sehr ausgiebig von dem überwiegend buddhistischen Land gefeiert wird.

Am Abend raffte ich mich auf, um auf Erkundungstour durch Yangon zu gehen – ein kleines Restaurant mit Top-Bewertungen ausgesucht, ca. 1,5km zu Fuß.

Optimal um die ersten Eindrücke in der Stadt zu erhalten.

Trotz meiner vielen Reisen in Asien war die Ecke hier in Yangon doch ein kleiner Kulturschock.

Seit ich aus der Wohlfühl-Oase Thailand angekommen war, hatte ich mit Ausnahme im Flugzeug, hier noch keine Touristen gesehen.

Beim abendlichen Ausgang das gleiche Bild.

dunkle Straßen in Yangon

Ich folgte meiner Route Richtung Restaurant, quer durch kleinen dunklen Seitengasse, vorbei an Verkaufsständen. Durch allerlei Gerüche und Eindrücke, die ich so noch nicht kannte.

traditionelle Shan-Noodle-Soup

Schön war es nicht, eher ein Moloch – aber trotzdem spannend, interessant und einzigartig.

Dunkle Augen schauten mich erstaunt an, Männer mit Turban verkauften ihre elektronischen Artikel.

Männer mit den traditionellen Röcken kauten die berühmte Betelnuss und spuckten rote Erzeugnisse auf den Boden.

Frauen saßen an ihren Streetfood-Restaurants und verkauften Innereiensuppe und undefinierbare Teile von diversen Tieren.

Sule-Pagode

So erkundete ich am ersten Abend die Stadt – bevor es dann ins Land der Träume ging.

 

32.Tag

Die Anreise und der erste Tag in der neuen unbekannten Stadt hatten ihre Spuren hinterlassen.

Mit Migräne und Magen-Darm war ich an diesem Tag ans Hostel gefesselt.

Krankenbett & Kinosaal

Wenigstens die Internetverbindung ließ einen nicht im Stich – somit verbrachte ich den Tag bis zum Abend weitestgehend im Bett und begnügte mich mit Reportagen über Myanmar und diversen Serien aus dem Internetz.

über Umwege live dabei: Nordirland vs. Deutschland

Gegen Abend klangen Gebete und Gesänge durch die Straßen, als neugieriger Mensch begab ich mich auf den Balkon im 6. Stock des Hostels und lauschte…

Einer der Hostelmitarbeiter kam mit dazu und erklärte mir das Geschehen.

Es stand das traditionelle Lichterfest an, das zweitwichtigste Fest im Buddhismus bei den Birmesen.

Das Lichterfest (Thadingyut) wird überall in Myanmar gefeiert. Das Fest startet einen Tag vor Vollmond und endet zwei Tage danach. Gebäude und Strassen werden mit Kerzen und Lampen illuminiert und in den Pagoden herrscht besonders am Vollmondtag großer Andrang.

Das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen.

Also raffte ich mich doch noch auf – bis zur berühmten Shwedagon Pagode waren es laut ihm 45min zu Fuß.

full moon

Die Zeit nutze ich um erneut auf Erkundungstour zu gehen und die Stadt auf mich wirken zu lassen.

Tourie-Stylte, mit Kamera bewaffnet lief ich durch die Straßen Richtung Pagode.

Goldene Schönheit

Dort angekommen war ich völlig überwältigt von diesem goldenen Heiligtum.

Pforte zur Pagode

Ein einmaliges Erlebnis… viele Menschen tummelten sich dort und beteten für eine gute Zeit.

Auch hier wieder – kaum Touristen zu sehen.

Für den Heimweg gönnte ich mir ein Taxi. Absolut beeindruckendes Erlebnis…

 

33. Tag

Das Highlight am heutigen Tag…

Zwei Monate vor meinem Abschied aus Deutschland lernte ich in der Heimat Andrea kennen.

Wir teilen die selben Leidenschaft – das Reisen.

Aber vor allem scheinen da noch mehr Gemeinsamkeiten stimmig zu sein =)

Wir verbrachten in den letzten Wochen noch sehr viel Zeit miteinander und durchstreiften gemeinsam einige Ecken in Deutschland.

Myanmar war ebenfalls  auf ihrer to-do-Liste – mein Vorschlag: gemeinsam erkunden.

Gute Idee, das machen wir!

Im Vorfeld planten wir den gesamten Trip über 24 Tage aus – Hauptanteil hatte Andrea 🙂

Zwischenzeitlich zog ich von meinem Hostel in die reservierte Unterkunft.

Leider gab es bei der Anreise durch Verspätung der Maschine Probleme mit dem Anschlussflug.

So kam sie zwar fast rechtzeitig an – ihr Gepäck jedoch nicht.

Und was es für eine Frau bedeutet kein Gepäck zu haben könnt ihr euch sicher vorstellen 🙂

Trotzdem tat es der Wiedersehensfreude keinen Abbruch.

Auf dem Plan für den restlichen Tag stand zunächst ein spätes Mittagessen und die Besichtigung der nahegelegenen kleineren Sule-Pagode an.

Chicken-Supreme in den Straßen von Yangon

Das Wetter lies etwas zu Wünschen übrig – tolle Gelegenheit den CircleTrain um Yangon zu nutzen. Ein Überbleibsel aus der Kolonialzeit der Briten.

Fahrplan CircleTrain

Rund um Yangon zieht diese offene Bahn ihre Kreise – durch alle möglichen Stadteile. An den Haltestellen – und auch dazwischen – haben sich Märkte an den Schienen niedergelassen.

moderne Mönche

junge Mönche auf Reisen

Markt an der Haltestelle

CircleTrain Yangon

Ein interessantes Schauspiel…

hop on hop off

Die vielfältigsten Menschen waren zu sehen, Verkäufer in der Bahn preisten ihre Waren an.

müde Fahrgäste

Fahrgäste sprangen in den Zug, vom Zug, neben den Zug… zum Glück niemand unter den Zug.

leichte Neigung – leichte Kurve

voller Einsatz bei den Bilder aus dem Zug

Anwohner des CircleTrain in ärmsten Verhältnissen

amüsierter Lockführer

Nach der faszinierenden Zugfahrt ging es Richtung der berühmten Shwedagon Pagode, immer wieder ein Fest für alle Sinne.

prunkvolle Buddhas

betende Mönche an der Pagode

Tag der Geburt: preisen für seinen Ehrentag

heiss begehrt: Bilder mit Ausländern

Lichtermeer

atemberaubende Pagode

Geschafft vom ereignisreichen Tag ging es zurück ins Hotel – in der Hoffnung das Gepäckstück wurde bereits ins Hotel angeliefert.

Leider Fehlanzeige…

 

34. Tag

Ausschlafen – Frühstück  und die erste Berührung mit dem Nationalgericht Mohinga.

Eine Nudelsuppe mit verschiedenen Varianten wie Fisch oder Huhn.

Frühstück mit Mohinga

Zu sehen am Morgen an jeder Ecke der Stadt.

voller Einsatz!

Mittlerweile wurde das Gepäckstück abgegeben – gute Laune olé.  =)

Yangon bietet immer ein Abenteuer auf der Straße, sei es der Straßenverkehr oder die unzähligen Märkte und Läden.

Über die Sule-Pagode ging es zum anliegenden schönen Park mitten in der Stadt.

Townhall of Yangon

Dort sprachen uns einige nette und offene Studenten an – lehrten uns die wichtigsten birmesischen Worte und fragten uns allerlei privater Dinge.

learning by doing

Zurückhaltung mal anders 🙂

Etwas Entspannung im Park, weiter zum Hafen – dort gibt es eine Fähre ins Nachbardorf.

Kolonialstil

Leider machte uns der Regengott einen Strich durch die Rechnung. Nicht das letzte mal auf dieser Reise.

in die Jahre gekommener Kolonialbau

Also zurück ins Hotel und Regenpause.

Nachdem sich der mittägliche Schauer verzogen hatte wurde erneut die Stadt zu Fuß erkundet.

Zum Abendessen fanden wir ein kleines vegetarisches Lokal mit indisch-nepalesischer Küche.

mixed Curry – Vorsicht spicy!

Gestärkt durch die fabelhafte Mahlzeit war ein Besuch auf der Rooftop-Bar geplant.

Shwedagon-Pagode bei Nacht

Wunderbare Aussicht über die Stadt – erschwingliche Preise für Cocktails, über Geschmack lässt sich streiten 🙂

Sule-Pagode bei Nacht

Zu Fuß erneut quer durch die Straßen, vorbei an Straßenhunden, diversen Geschäften und zig Schlaglöchern mit dem Potential einer Gletscherspalte.

Rooftopbar

Auch pelzige kleine Nager waren keine Seltenheit, mittlerweile aber ein gewohnter Anblick.

 

Am Abend stand dann bereits packen auf dem Programm – am nächsten Tag ging es weiter mit dem Bus Richtung Golden Rock.

Bus fahren in Asien – immer eine spannende Geschichte

Ob das gemeinsame Reisen geklappt hat und wie eine solche Busfahrt abläuft erfahrt ihr im nächsten Bericht von „crumbs-to-go“ auf dem Weg zum Golden Rock.

Busfahren in Myanmar – immer ein Abenteuer

greets

Christian & Andrea